Ratsinformationssystem
Informationsvorlage - 2025/070
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht über die Schulwegsicherung in Syke
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Informationsvorlage
- Federführend:
- Fachbereich 2 - Bildung und Sport
- Verfasser/in 1:
- Frau F. Söchtig, Tel: 164-146
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Schule, Kita, Jugend und Sport
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Abschließend zur Kenntnis
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11.09.2025
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Sachverhalt
Durch Informationen und Aufklärung über geeignete Schulwege und fest eingerichtete Hol- und Bringzonen können die Eltern- und Schülerverkehre besser gesteuert werden. Hierbei ist eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen erforderlich.
Grundsätzlich können durch Schulwegumfragen detailliertere Erkenntnisse über Schwachstellen auf den Schulwegen aufgezeigt werden, da hier eine große Anzahl an Beteiligten direkt befragt wird. Unabhängig davon geben Eltern, Lehrkräfte und Schüler selbst auch Hinweise direkt an die Stadt Syke weiter und zeigen Problemstellen auf, für die Lösungen gefunden werden müssen.
Für jede Schule muss individuell geschaut werden, welche Probleme dort vorliegen und wie sie für diese Schule gelöst werden können. Eine „Generallösung“ für alle Schulen gibt es daher nicht.
In der Vergangenheit wurden bereits viele kleinere und größere Maßnahmen durch die Stadt Syke veranlasst, um die städtischen Schulwege noch sicherer zu gestalten.
Was sind Schulwegumfragen und wie laufen sie ab?
Das Büro buffee (Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation - Tanja Leven und Jens Anton Leven eGbR) unterstützt die Stadt Syke seit mehreren Jahren im Bereich der Schulwegsicherung.
Durch Schulwegumfragen können Erkenntnisse über individuelle Schulwege gewonnen werden. Sie zeigen Problemstellen auf und bieten die Chance, durch entsprechende bauliche oder verkehrsregelnde Maßnahmen, die Schulwege sicherer zu gestalten.
Für die Schulwegumfragen wurde ein Fragebogen erstellt, der in Abstimmung mit den Schulen an die Grundschulkinder (bis 4. Klasse) herausgegeben wird. Die Umfrage verläuft anonym und die Teilnahme ist freiwillig.
Es werden hierin Fragen zur Mobilität gestellt z. B. mit welchem Verkehrsmittel die Kinder zur Schule gelangen. Auch wird gefragt, ob sich das Mobilitätsverhalten im Sommer oder bei gutem Wetter im Vergleich zum Winter bzw. schlechtem Wetter verändert.
Weiterhin werden Fragen zur empfundenen Sicherheit der Schulwege gestellt. Die Antworten sind immer eine persönliche Einschätzung der Kinder/ Eltern. Sie geben Erkenntnisse für die Stadt Syke zur Optimierung von Routenverläufen.
Abschließend können die Befragten Angaben zu Problemen/ Gefahrstellen auf den Schulwegen geben.
Die gesammelten Fragebögen werden durch das Büro buffee ausgewertet und der Stadt Syke als Ergebnis zusammengefasst zur Verfügung gestellt.
Der Abschlussbericht enthält Empfehlungen, wie benannte „Problemstellen“ behoben bzw. die verkehrliche Situation verbessert werden können.
Was sind Hol- und Bringzonen?
Eine zentrale Empfehlung, die für jede Grundschule grundsätzlich anwendbar ist, ist die Einrichtung von Hol- und Bringzonen (HUB).
Das Mobilitätsverhalten der Eltern bzw. der Kinder hat sich in den letzten Jahren verändert. Hol- und Bringverkehre (sog. „Elterntaxis“) sind nicht immer komplett zu verhindern. Auch wenn der Schulweg zu Fuß oder per Fahrrad attraktiv und sicher gestaltet wurde, bringen Eltern ihre Kinder trotzdem mit dem Pkw zur Schule.
Um Hol- und Bringsituationen organisierter und damit auch sicherer zu gestalten, empfiehlt sich die Einrichtung von Hol- und Bringzonen. HUBs sind klar definierte Haltestellen im Umfeld einer Schule. Diese sollen von den Eltern angefahren werden, um ihre Kinder zur Schule zu bringen. Den restlichen Weg zur Schule gehen die Kinder dann zu Fuß.
HUBs sollten im Regelfall nicht weiter als 400m von der Schule entfernt sein, da der Weg danach von den Grundschulkindern zu Fuß bewältigt und auch akzeptiert werden kann. Zwingende Voraussetzung für ein gutes Funktionieren einer HUB ist der sichere Weg ab dort zur Schule.
Auch sollte die HUB so gestaltet sein, dass ein sicheres Aussteigen der Kinder gewährleistet wird. Eine HUB kann z. B. ein gut organisierter Parkplatz oder aber auch ein Gehweg mit Hochbord sein. Es ist sinnvoll, mehrere HUBs anzubieten, damit sich der Verkehr auf unterschiedliche HUBs verteilt. Somit wird das konzentrierte Holen und Bringen an einer Stelle vermieden und die gesamten Hol- und Bringsituationen entzerrt.
Die Beschilderung bzw. Markierung einer HUB ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die HUBs der Grundschule „Am Lindhof“ sind mit einer grünen Fahrbahnmarkierung und dem Schild „Elternhaltestelle“ versehen.
Die HUB in der Ferdinand-Salfer-Straße (Parkplatz) hat z. B. keine Markierung
Wie sieht die Schulwegsicherung bei unseren Grundschulen aus?
Grundschule „Am Lindhof“
Für die Grundschule „Am Lindhof“ wurden vor ein paar Jahren offizielle Hol- und Bringzonen eingerichtet und Flyer für die Eltern herausgegeben. Diese werden jedes Jahr aufs Neue den Erstklässlern an die Hand gegeben.
Die Straße vor der Schule (Lindhofstraße) wurde erneuert (Oberfläche). In diesem Zusammenhang wurde die verkehrliche Situation verbessert. Es wurde der vorhandene „Zebrastreifen“ baulich so gestaltet, dass Zufußgehende besser queren können (Aufpflasterung). Auch wurde die Beleuchtung verbessert.
Der Gehweg in der Lindhofstraße wurde verbreitert, damit Zufußgehende mehr Platz bekommen. Im Einmündungsbereich „Lindhofstraße/ Am Riederdamm“ wurde ein Mini-Kreisverkehr eingerichtet. Zuvor hatten „Elterntaxis“ den Einmündungsbereich oftmals „verstopft“. Durch den Kreisverkehr ist ein Parken nicht mehr erlaubt und Wendemanöver können einfacher durchgeführt werden. Der Kreisverkehr wurde als „Kinderkreuzung“ von den Kindern der Grundschule im Jahr 2019 im Rahmen eines Schulprojektes zum Thema „Verkehrssicherheit“ bemalt.
Auch wurden vorhandene Parkflächen vor der Grundschule mit dem Neubau der Straße entfernt, um ein Parken direkt vor dem Schulgebäude zu erschweren.
Der vorhandene Zebrastreifen „Am Riederdamm“ soll noch optimiert werden.
Eine Schulwegumfrage hatte ergänzend im Jahr 2018 stattgefunden.
Grundschule „Luise-Chevalier-Schule“
Bei der GOBS Syke (Luise-Chevalier-Schule) wurde eine Fahrradstraße im Jahr 2024 eingerichtet, um dort auch den Radverkehr für Schulkinder zu fördern.
Gleichzeitig wurde in der Gesseler Straße ein Fußgängerüberweg eingerichtet, um das gezielte Queren zu Fuß zu verbessern. Kinder mit Fahrrad im Grundschulalter müssen die Gehwege nutzen. Im Rahmen der Schulwegsicherung wurde der bestehende Überweg in der Gesseler Straße aufgewertet und sicherer gestaltet (Aufpflasterung und Beleuchtung).
Der Bewuchs des Gehweges – der auch zum Teil für Radfahrende freigegeben ist (Bereich Nordumgehung/ Ferdinand-Salfer-Straße) - wurde deutlich zurückgeschnitten, um die Breite voll ausnutzen zu können. Hierdurch wurden vorhandene Konflikte auf dem Gehweg reduziert.
In der Syker Straße wurde vor ein paar Jahren bereits eine durchgehende Beleuchtung von der Ortstafel Gessel bis zur Nordumgehung eingerichtet (außerorts). Diese Strecke ist eine Hauptroute zur Luise-Chevalier-Schule und wird überwiegend von radfahrenden Schulkindern genutzt.
Eine Hol- und Bringzone an der Schule wurde nicht beschildert. Der vorhandene Parkplatz vor der Schule funktioniert tatsächlich auch ohne Ausweisung als Hol- und Bringzone.
Im Bereich der Nordwohlder Straße soll demnächst ein Fußgängerüberweg mit ergänzendem Hochbord (Gehweg) errichtet werden, damit eine gute Querung in Richtung Bahnhof möglich ist. Dies ist ebenfalls ein Schulweg zur Luise-Chevalier-Schule und soll die Querung der Nordwohlder Straße erleichtern.
Grundschule Barrien (alter Standort: An der Wassermühle)
Der Parkplatz beim Tennisverein wird als Hol- und Bringzone genutzt, ohne dass hier eine Beschilderung erfolgte. Ebenfalls wird der Parkplatz am Hallenbad hierfür genutzt. Für die Grundschule Barrien am derzeitigen Standort ist die Ausweisung/ Beschilderung der beiden Hol- und Bringzonen in Planung.
Die vor Jahren zur Schulwegsicherung eingerichtete Ampel „An der Wassermühle“ dient als sichere Querungsmöglichkeit.
Weiterhin sollen kleinere Maßnahmen baulich umgesetzt werden, um die Verkehrssicherheit zu Fuß und mit dem Rad zu erhöhen. Dies betrifft überwiegend den Bereich der Glockenstraße.
U.a. sollen Markierungen eine bessere Orientierung geben. Im Einmündungsbereich „An der Wassermühle/ Glockenstraße“ soll ein Beet erweitert werden, um das Parken zu verhindern und um gefährliche Situationen durch abfahrende Elterntaxis zu vermeiden.
Darüber hinaus fand unlängst eine Begehung in diesem Bereich mit einem Vertreter der Polizei statt. Die Situation für zu Fuß gehende und Rad fahrende Schülerinnen und Schüler sollte in der Jahnstraße noch optimiert werden.
Es soll in Barrien-Bülten eine Bedarfsampel errichtet werden. Hier befindet sich eine (Schul-) Bushaltestelle. Durch die verbesserte Querung könnten mehr Kinder aus diesem Bereich mit dem Bus zu Schule fahren.
Im Jahr 2023 wurde eine Schulwegumfrage durchgeführt.
Grundschule Barrien (neuer Standort: Bremer Straße)
Aktuell ist für die neu zu bauende Grundschule in Barrien ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben worden, das die möglichen Verkehre berücksichtigen soll. So wird geprüft, wo zukünftig Hol- und Bringzonen, Busverkehre aber auch fußläufige Verbindungen zur Grundschule eingerichtet werden können.
Grundschule Heiligenfelde
Bei der Grundschule Heiligenfelde soll ebenfalls eine Schulwegumfrage durchgeführt werden. Diese wurde zeitlich aber auf einen Zeitraum nach dem Abschluss der Bauarbeiten terminiert.
Mit der Schulleitung wurden bereits in der Vergangenheit Verbesserungsmöglichkeiten für die Schulwegsicherheit überlegt. Aktuell stehen Gespräche zur Einrichtung von Hol- und Bringzonen an. Auch könnten Markierungen für den Schulweg optimiert werden (Planung).
Die Stadt Syke beobachtet die Entwicklung der Hol- und Bringsituationen regelmäßig, um dann ggf. nachzusteuern. Die Polizei kontrolliert in unregelmäßigen Abständen ebenfalls vor den Schulen.
