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ALLRIS - Auszug

22.02.2023 - 7 Bericht der Schuldnerberatung zu aktuellen Situ...

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Wortprotokoll

Frau Göcmen begrüßt Herrn Gövert von der Schuldenberatung Hoya/Syke.

Herr Gövert stellt anhand einer Power-Point-Präsentation (siehe Anlage) die aktuelle Lage in der Schuldnerberatung für Syke und Hoya dar.

Herr Eilers bezieht zu dem Punkt Energiekrise Stellung und gibt zu bedenken, dass die Energiekosten beim Grundversorger noch einmal stark steigen würden, dies führe zu einer verlagerten Notlage der Menschen zur Jahresmitte.

Herr Gövert teilt auf die Frage von Herrn Jahnke nach dem Vorgehen bei eingetretener Stromsperre mit, dass es sich überwiegend um Kunden der E.O.N handelt, die die Schuldnerberatung aufsuchen. Dort könnte die Schuldnerberatung vieles über eine Hotline klären, sodass es erst gar nicht zu einer Abschaltung kommen würde. Weiterhin stellt Herr Gövert fest, dass die Situation nach Eintritt einer Sperre äußerst schwierig sei, da der Energieanbieter erst entsperrt, wenn die Schulden beglichen wurden. Wenn die verschuldete Person im Bezug von öffentl. Leistungen steht, gebe es entsprechende Anträge, die gestellt werden können, um die Situation zu entschärfen. Weiter gibt er an, dass dies eine absolute Ausnahmesituation sei und meistens im Vorfeld alles geklärt werden könnte.

Herr Gövert entgegnet auf die Frage von Herrn Meyer nach der Alterstruktur des beratenen Klientels, dass aktuell keine Zahlen vorliegen. Jedoch liege der größte Anteil der Überschuldeten (rund 30%) in der Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen liegt. Bei älteren Menschen sei die Quote eher gering, da diese Altersgruppe oft aus Scham die Angebote der Schuldnerberatung nicht nutzen möchte.

Auf eine entsprechende Frage von Frau Beständig teilt Herr Gövert mit, dass die Gläubiger in den meisten Fällen am Ende keine Zahlung auf die bestehende Forderung erhalten (weder nach 7 Jahren früher noch nach 3 Jahren jetzt). Wo kein Geld fließe, könne auch nichts beglichen werden.

Frau Beständig möchte wissen, wie sich eine Erbschaft auswirken würde und fragt noch einmal nach der Erfolgsquote.

Herr Gövert teilt mit, dass Erbschaften keine große Rolle spielen. Ferner habe er keine verlässlichen Angaben zur Erfolgsquote, kann aber bestätigen, dass den meisten Menschen geholfen werden kann, einige bräuchten nur eben etwas länger.

Herr Eggers fragt, ob es über die Schuldnerberatung eine Art Beihilfefond gibt.

Herr Gövert stellt klar, dass es zwar mit einer guten Begründung auf Antrag eine solche Unterstützung über die Kirchensozialarbeit gibt, jedoch soll nicht der Eindruck entstehen, dass die Schuldnerberatung oder die Kirche,  den Einzelnen entschuldet. Vielmehr soll aus der Notlage geholfen werden und dann durch geballte Kräfte eine eigenständige Lebensweise ermöglicht werden.

Auf eine entsprechende Frage von Herrn Eggers bestätigt Herr Gövert, dass Wohnungsnot aktuell eine große Rolle spiele und dies im ganzen Nordkreis.