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Vorlage - 2008/164  

Betreff: Änderung der Kindergartenvergaberichtlinien
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage öffentlich
Verfasser:Harm-Dirk HüppeAktenzeichen:2-
Federführend:Fachbereich 2 - Bildung und Generationen Bearbeiter/-in: Gildmann, Heide
Beratungsfolge:
Ausschuss für Familie und Soziales Vorberatung
11.11.2008 
Sitzung des Ausschusses für Familie und Kinder ungeändert beschlossen   
Beirat der städtischen Kindertagesstätten Vorberatung
19.11.2008 
Sitzung des Beirates der städtischen Kindertagesstätten      
Verwaltungsausschuss Entscheidung
04.12.2008 
Sitzung des Verwaltungsausschusses      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Bereits bei der Vergabe der Kindergartenplätze in den vergangenen zwei Jahren stellte sich heraus, dass die in 1999 beschlossenen Vergaberichtlinien nicht mehr der Angebotssituation unserer heutigen Kindertagesstätten entsprechen.

 

Zurzeit bekommen alle Kinder zwischen drei und fünf Jahren entsprechend des Rechtsanspruches einen Kindergartenplatz. Dadurch, dass das letzte Kindergartenjahr gebührenfrei ist, nehmen alle fünfjährigen Kinder einen Platz in Anspruch. Auch die drei bis vierjährigen bekommen regelmäßig einen Platz. Es gibt daher nicht mehr – wie zur Zeit der Aufstellung der Vergaberichtlinien – eine Warteliste, die entsprechend der Richtlinien besetz wurde.

 

Die Intension neuer Vergaberichtlinien sieht vor, dass entsprechend der pädagogischen Anforderungen die Gruppen in den einzelnen Kindergärten so zusammengesetzt werden können, dass eine möglichst gute Förderung der Entwicklung der Kinder möglich ist.

 

Ausschlaggebend wird daher neben der Altersmischung auch die Zusammensetzung nach deutschsprachlicher Entwicklung der Kinder sein. Neben der Sozialfähigkeit ist auch die deutsche Sprache ein immanent wichtiger Baustein, der in den Grundschulen vorhanden sein muss, um den Kindern beste Bildungschancen für die Zukunft bieten zu können. Das Lernen der Deutschen Sprache ist wesentlich besser möglich, wenn in den Kindergruppen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen deutsch- und fremdsprachigen Kindern hergestellt wird.

 

Daher wird folgende Priorisierung bei der Vergabe angestrebt:

 

  1. Der Kindergarten muss im Einzugsbereich der Wohnung liegen.
  2. Sozialpädagogische Notwendigkeiten / Integration ausländischer Kinder
    - Sprachkenntnisse
    - entwicklungsgerechte Altersmischung der Gruppe
    - problematisches Sozialverhalten
  3. Alleinerziehend mit Berufstätigkeit
  4. Berufstätig beider Elternteile unter Berücksichtigung der zeitlichen Festlegung auf eine bestimmte Zeit des Tages
  5. Kinder unter drei Jahren

 

2. Nachrangig können berücksichtigt werden:

 

2.1 Sonstige soziale Gesichtspunkte:

 

- Geschwister im Kindergarten

- Erkrankungen und Behinderungen in der Familie bzw. häuslichen Gemeinschaft

 

 

3. Sozialpädagogische Notwendigkeiten und soziale Gesichtspunkte können im Einzelfall ausschlaggebend sein.

     Die Darlegung besonderer Ausnahme- und Härtefälle bleibt unbenommen.

 

 

4. Des Weiteren sind nachfolgend aufgeführte Kriterien bei der Platzvergabe zu beachten:

 

4.1     Die Anmeldebögen sollen so gewertet werden, wie sie angekreuzt sind. Wenn z. B. nur ein Wunsch nach einem bestimmten Kindergarten angekreuzt wurde, ist diese Anmeldung so zu werten, dass als Alternativkindergarten alle Kitas im Einzugsbereich möglich sind.

 

4.2     Kinder, die in einer Einrichtung der Stadt Syke betreut werden, die nicht in ihrem Einzugsbereich liegt, können solange dort bleiben, bis sie Vorschulkinder sind. Generell sollte ein Wechsel in eine örtlich zuständige bzw. wohnortnahe Einrichtung ermöglicht werden.

 

4.3     Bei der Kindergartenplatzvergabe ist den Eltern der Vorrang einzuräumen, die tatsächlich arbeiten. Die Absicht von Eltern zu arbeiten, ist in jedem Fall geringer einzustufen. Ist die Berufstätigkeit ausschlaggebend, ist in begründeten Fällen eine entsprechende Arbeitsbescheinigung vorzulegen.

 

4.4     Dem Wunsch von ausländischen Eltern auf einen bestimmten Kindergarten soll Rechnung getragen werden; allerdings ist dabei auf eine Sprachmischung in den Gruppen zu achten, damit alle Kinder bis zum Schuleintritt die Deutsche Sprache erwerben können.

          Deshalb soll darauf geachtet werden, dass der Anteil der ausländischen Kinder in den Kindergärten so bemessen ist, dass eine Integration dieser Kinder noch erfolgen kann. Anzustreben ist ein Anteil von ca. 45 %.

         

4.5     Für die Waldkindergartengruppe sollte eine möglichst ausgewogene Mischung im Hinblick auf das Geschlecht und das Alter der Kinder angestrebt werden.

 

4.6     In den Kindertagesstätten der Lebenshilfe mit integrativer Betreuung orientiert sich die Gruppenzusammensetzung an den aufgenommenen Kindern mit besonderem Förderbedarf. Der Anteil ausländischer Kinder ist davon unbenommen.

 

4.7     Dem Elternwunsch für eine Betreuung von schulpflichtigen Kindern in Spielgruppen wird aus pädagogischen Aspekten nicht entsprochen. Das Spielgruppenangebot für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren (altersgemischt) bleibt bestehen.

 

4.8     In den städtischen Einrichtungen ist jeweils ein Platz pro Vormittagsgruppe oder Nachmittagsgruppe für Zuzüge (Kinder im Vorschulalter) freizuhalten.

 

 

Nachhaltigkeit der Maßnahme:

 

Durch diese neuen Vergaberichtlinien soll die Vorbereitung auf die Grundschule in den Kindergärten verbessert werden. Die Bildungschancen der Kinder werden dadurch erhöht.

 

 

Durchführungszeitraum:

 

Die Richtlinien sollen ab der Vergabe 2009/2010 angewendet werden.

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Die Vergaberichtlinien werden wie in dieser Vorlage benannt umgesetzt.

Finanzielle Auswirkungen: keine

Finanzielle Auswirkungen: keine